Donnerstag, 3. Juli 2014

Ich bin eine Träumerin

Durch und durch. Täglich verbringe ich einen Großteil meiner Zeit damit, nachts, vor dem einschlafen, nach dem aufwachen, an der Uni, zu seichter Musik und beim spazieren gehen. Ich führe innere Monologe, manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich ein Wort ausspreche. Und meistens nehmen meine Augen dabei jenen glasigen Ausdruck an, den die Menschen so aufsetzten, wenn sie gerade gedanklich Meilen entfernt sind. 

Ich liebe das Träumen. Besonders das Tagträumen, denn hier habe ich die volle Kontrolle. Ich bin der Puppenspieler, der die Strippen zieht. Alles ist möglich. Ich bin die Heldin. Niemand kann mich aufhalten. Ich erschaffe Welten und lasse sie wieder einstürzen, entscheide über Leben und Tod, Glück und Unglück und ich schreibe das Happy End. Rückschläge gibt es nur wenn ich es so will. Nichts passiert unbeabsichtigt, alles läuft nach Plan.


Und so passiert es dass ich beim Träumen manchmal die Realität aus den Augen verliere. Denn hier herrschen andere Regeln, hier läuft die Zeit anders. Entscheidungen führen zu Konsequenzen, Leben und Tod interessieren sich nicht für meine Meinung. Glück und Unglück überraschen mich ständig aufs neue, meist unerwartet. Ich bin nicht die Heldin, lediglich eine Komparsin im großen Spiel des Lebens. Eine Marionette, die an der Strippe hängt, schon ein zu hoher Zaun kann mich aufhalten. 

Die Welt stürzt um mich herum ein, ich klammere mich verzweifelt an die kleinen Stücke, will etwas neues erschaffen, doch der Sand rinnt mir nur durch die Finger. Genau wie die Zeit. Die Zeit wartet nicht auf eine kleine Träumerin wie mich. Auf jemanden, der noch nicht bereit ist, immer noch nicht genau weiß wo die große Reise des Lebens hingehen soll. Mir bleibt keine andere Möglichkeit als mit zu rennen, doch ich bin noch nicht so weit. Ich stolpere, falle hin, meine Knie sind blutig.

"Träume dich hinfort, kleiner Schmetterling! Du musst nur die Flügel ausstrecken, dich mit aller Kraft fest vom Boden abstoßen. Das Reich der Träume heißt dich immer willkommen, hier ist dein zuhause. Wir decken dich zu, wir halten dich fest. Nichts kann dir hier geschehen. Du kannst dem Alltag entfliehen, kleiner Schmetterling! Komm' zu uns!"

Aber vielleicht müssen wir alle einfach früher oder später aufwachsen.

Kommentare:

  1. Oh ja, ich kenn diese Situation total gut. Nicht entscheiden können, nicht entscheiden wollen, sich ausmalen wie es sein könnte - solange, bis es fast zu spät ist. Oder eben schon ganz zu spät.
    Super schön geschrieben!! :)

    Danke übrigens für dein Lob - ich muss das Posen für diverse Outfits noch ein bisschen üben, bin einfach nicht so der Kamera-Fan :D

    Liebst,
    Kathi

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  2. Wow ein sehr schöner Text!
    Ich bin auch oft in der Situation - nur dass es bei mir noch ein bisschen verstrickter ist, ist ja aber auch nicht so wichtig.
    Auf jeden Fall kenne ich das was du im Moment empfindest. Wie John Green schon sagte " Das leben ist keine Wunscherfüllungsmaschine" und ich finde dieser Satz trifft voll kommen ins Schwarze.
    Ich hoffe du findest deinen Weg.

    Liebster Grüße

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  3. Hey Maike :)
    Diese Momente kenne ich nur zugut, wenn man sich in andere Welten träumt. Das Bild ist übrigens wunderschön, genau wie deine Art zu schreiben. Ich folge dir dann mal. ;)

    LG Lydia°

    http://my-little-creative-world.blogspot.de/

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  4. Ein toller Text! Ich habe mich total darin wiedergefunden. Ich träume auch vie, denke nach und das wann immer ich Zeit habe bzw. ich in einer langweiligen Schulstunde stecke.:D
    Hab einen wundervollen Abend, Süße!
    <3
    http://theshimmeroflife.blogspot.de

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  5. so schön geschrieben, aber so traurig. ist bei dir denn alles ok?
    außerdem kann ich es immernoch nicht fassen, wie hübsch du aussiehst!

    allerliebste grüße und kopf hoch! :) ♥

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  6. so schön!
    und mit dem text sprichst du mir aus der seele (:

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  7. Wunderschöner Text und wunderschönes Mädchen :)
    Ich liebe deine Art zu schreiben!

    Liebe Grüße!
    Wakila von www.helloblack.net

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  8. Danke für dein nettes Kommentar, es freut mich das dir mein Text gefallen hat :) das mit dem träumen kenne ich auch nur zu gut, im moment träume ich davon einfach weg zugehen in ein fremdes Land und auf meine Ausbildung zu schießen haha :D aber das geht leider nicht, denn heutzutage braucht man eben eine Ausbildung oder ein Studium um später überhaupt richtig Geld verdienen zu können :/ ich wünschte es wäre anders! Man kann eben nicht immer nur träumen sondern muss für seine träume arbeiten!

    Liebste grüße <3
    P.S ich schließe mich den anderen an, den sie haben recht: Du bist wunderschön!

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  9. Sehr schön geschrieben! :)
    In dem Post kann ich mich an vielen Stellen wiederfinden!
    Und das Foto ist unglaublich hübsch. :)

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  10. Super geschrieben! Ich bin auch so eine kleine Träumerin ;)

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  11. toller text und schönes bild! :)

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